DER ANSCHNITT Heft 1/2022

Artikel-Nr.: Anschnitt 1/2022
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Dr. Guntram Gassmann vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Prof. Dr. Sabine Klein, Forschungsbereichsleiterin Archäometallurgie des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, Dr. Gabriele Körlin, Forschungsbereich Montanarchäologie des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, Dr. Barbara Matthes, Internationales Studienzentrum (ISZ) der Universität Heidelberg, und Dr. Katrin Westner, Laboratoire de Géologie de Lyon, stellen in ihrem Titelbeitrag Ergebnisse zehnjähriger Forschungsarbeiten zum antiken Silberbergbau am Amselfeld im Kosovo vor. Nur wenige Kilometer von der heutigen Hauptstadt Prishtinë/Priština entfernt, befand sich in der Römischen Kaiserzeit und Spätantike die Stadt Ulpiana, ein Verwaltungszentrum der damaligen römischen Provinz Moesia superior. Neben der Erforschung der Stadt selbst rückte zunehmend die Frage nach deren Versorgung mit mineralischen Rohstoffen in den Fokus. Ausgedehnte Surveys führten zur Entdeckung zahlreicher Fundstellen, die mit Bergbau, Aufbereitung und Verhüttung in Verbindung standen. Geophysikalische Untersuchungen wurden unterstützend eingesetzt, um u. a. Tiefe und Form der Relikte näher zu charakterisieren. An ausgewählten Fundstellen wurden daraufhin Ausgrabungen durchgeführt, um ein möglichst weit gefächertes Spektrum von Stollen, Schächten und Verhüttungsplätzen untersuchen zu können. Archäometallurgische Analysen ermöglichten es, die Mineralisationen in den antiken Bergbaurevieren Shashkoc/Šaškovac – Janjevë/Janjevo und Novobërdë/Novo Brdo zu charakterisieren und den Verhüttungsprozess mit seinen zeitlichen Veränderungen zu rekonstruieren. Darüber hinaus zeichnet der Beitrag die Stoffströme innerhalb der Metallproduktionsbezirke nach und gibt Informationen über die römischen Wirtschaftsräume im Kosovo und ihre überregionalen Handelsbeziehungen.

Dr. Peter Piasecki, Herne, widmet sich dem Gefangenenlager und dem Lagergeld der Zeche Friedrich der Große in Herne im Ersten Weltkrieg. In vielen deutschen Kriegsgefangenenlagern wurde Lagergeld als internes Zahlungsmittel verausgabt. Ab 1915 entstanden auch auf dem Gelände der Zeche Friedrich der Große erste Bauten eines Gefangenenlagers, das im folgenden Jahr noch erweitert wurde. Der Beitrag dokumentiert das Gefangenenlager und das dort verwendete Lagergeld, sowohl die Lagergeldscheine als auch die Münzen, die 2021 im Staatlichen Münzkabinett Berlin erstmals erschlossen wurden.

Dr. Katharina Malek-Custodis und Georg Drechsler M.A. vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, Arbeitsstelle Montanarchäologie in Goslar, befassen sich mit der Oberharzer Wasserwirtschaft als wichtigem Bestandteil des Harzer UNESCO Weltkulturerbes. Der Harz gehört zu den bedeutendsten historischen Montanrevieren Europas. Das Erzbergwerk Rammelsberg wurde zusammen mit der Altstadt von Goslar 1992 in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen und 2010 um die Oberharzer Wasserwirtschaft erweitert. Bei der Oberharzer Wasserwirtschaft handelt es sich um das weltweit größte und bedeutendste derzeit bekannte montane Wasserwirtschaftssystem. Der Beitrag beschreibt und erläutert die einzelnen Elemente, die der Wassersammlung, Wasserspeicherung, Wasserbeaufschlagung und Wasserableitung dienten. Zudem werden bereits erfolgte kleinere archäologische Untersuchungen vorgestellt. Die Beschäftigung mit dem Welterbe erfolgt im Rahmen einer aktuellen Nacherfassung. Diese stellt den ersten Schritt für einen langfristig erfolgreichen Schutz und Erhalt der Denkmale dar.

Wie gewohnt ergänzen Rezensionen und Miszellen das Heft.

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