DER ANSCHNITT Heft 2-3/2022

Artikel-Nr.: Anschnitt Heft 2-3/2022
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Kerstin Hergarten M. A. vom LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten blickt in ihrem Titelbeitrag zurück auf die Geschichte der Dr. C. Otto & Comp. GmbH zwischen der Gründung des Unternehmens 1872 und dem endgültigen Verlust der Eigenständigkeit 1987. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung in den 1960er bis 1980er Jahren, als zunächst die Steinkohle und ihre Derivate zunehmend durch Mineralöl- und Erdgasprodukte ersetzt wurden und danach ab 1975 die Stahlkrise eintrat. Dr. C. Otto war über viele Jahrzehnte hinweg weltweit eines der bedeutendsten Kokereibauunternehmen, das sich anders als viele anderen Zulieferer auch in der Kohlenkrise gut behauptete und in den 1970er Jahren aufgrund internationaler Großaufträge eine regelrechte Blütezeit erlebte.

Dr. Christoph Sander, Bibliotheca Hertziana in Rom, widmet sich der vormodernen wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Magnetstein, die man heute im weitesten Sinne der Geologie zurechnen würde. Im Mittelpunkt steht die Frage nach den Positionen von Forschenden über die Beziehung zwischen Magnetstein und seinen Wirkungen und dem Erdkörper. Nachdem bereits im 16. Jahrhundert die Fundorte von Magnetstein systematisch erfasst worden waren, brachte das 17. Jahrhundert dann zahlreiche Erklärungen über dessen Entstehungszusammenhänge und Deutungen seiner Phänomene. Beide montanen Wissenskomplexe entwickelten sich zunächst weitgehend unabhängig voneinander, um schließlich, animiert durch die fortschreitende Kartografierung, eine zunehmende theoretische Dimension zu entfalten.

Dr. Angelika Hunold, Kompetenzbereich VAT des RGZM, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie, in Mayen untersucht anhand der Leitfrage, wie ein antikes Industrierevier entsteht, die Bergbauregion Osteifel. Hier, im nördlichen Rheinland-Pfalz, existierte bereits lange vor dem eigentlichen Industriezeitalter eine mineralische Rohstoffwirtschaft als Ausgangspunkt eines überregional exportierenden Produktionssystems. Großes Interesse fand vor allem die örtliche Basaltlava. Ausgehend von Anfängen in der Jungsteinzeit, sorgte vor allem die bahnbrechende Innovation der zweiteiligen drehbaren Mühle in keltischer Zeit eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Steingewinnung, die sich um die Zeitenwende durch den Einfluss des römischen Staates und die Entwicklung weiterer Produktionszweige beschleunigte.

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