Zur Entwicklung der sächsischen Unschlitt-Grubenlampe

Artikel-Nr.: VFKK11074
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Helmut Fiege
Der Anschnitt, Beiheft 20, 87 S., 62 Abb., € 25,-
Bochum 2006
ISBN 3-937203-26-5
ISBN 978-3-937203-26-3

Bevor sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts vorwiegend Öllampen in „Blenden“ für etwa ein Jahrhundert als Geleucht im sächsischen Bergbau durchsetzten, war über 500 Jahre lang Unschlitt der übliche Geleuchtbrennstoff. Durch Bodenfunde in alten Bergstädten belegt, bestand das gebräuchliche Geleucht vom ausgehenden 13. bis zum beginnenden 16. Jahrhundert aus offenen mit Dochtschnauze und Tragloch versehenen Tonschalenlampen, die sich während dieser mehr als 200 Jahre kaum veränderten.

Im 16. Jahrhundert erfuhr die Unschlittlampe zahlreiche Innovationen: Jetzt erfolgte der Übergang zu aus Metall gefertigten Lampen, die aus einer offenen Schale mit Dochtschnauze und gegenüberliegendem Tragloch bestehen. Im Tragloch ist jedoch ein sie überwölbender Tragbügel befestigt, der an seinem oberen Ende in einen Schild ausläuft. Vor allem ist nun - über dem Schwerpunkt der Lampe - der Tragbügel mit einem allseits beweglichen, gut auspendelbaren Gehänge versehen, das sich aus einem Wirbel, einem 8-förmigem Zwischenstück und einem Traghaken zusammensetzt. Zu jeder Lampe gehört ein Dochtblech.

Das Bauprinzip dieser „neuen“ metallenen sächsischen Unschlittlampe hat sich bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts bei einzelnen Grubenbelegschaften (Altenberg) behaupten können. Gewandelt hat sich im Laufe der Zeit jedoch die Ausformung der einzelnen Bauteile. Deshalb wurden diese an Hand von in Museen und Privatsammlungen vorhandenen datierten Lampen des Zeitraumes von 1593 bis 1829 systematisch untersucht und die Veränderungen zeitabhängig dargestellt. So wird nicht nur der Wandel des Gestaltungsprinzips unter dem Einfluss des jeweiligen „Zeitgeistes“ sichtbar, sondern auch eine Hilfe bei der zeitlichen Einordnung undatierter Unschlittlampen gegeben. Letztere sind in deutlich größerer Anzahl erhalten geblieben. Statistisch gesehen sind sie meist kleiner und weit häufiger aus Eisen gefertigt als datierte Lampen; die Bauweise ist gleich.

Typisiert, in ihrer Häufigkeitsverteilung, ihrem zeitlichen Auftreten und in ihrer Kontingenz dargestellt wurden ferner die vielfältigen Verzierungen an Tragbügeln, Wirbeln und Traghakenösen sowie an Dochtblechrändern. Insbesondere in diese Untersuchungen wurden undatierte Lampen vergleichend einbezogen.

Des Weiteren wird auf die zahlreichen sinnhaften Zeichen und Bilder meist religiöser aber auch abergläubischer Art eingegangen, die sich an Topfaußenseiten, Schilden und/ oder Dochtblechen finden, und mit denen der Bergmann seine gefahrvolle untertägige Situation und Arbeit günstig zu beeinflussen suchte. Hierzu gehören ebenfalls die meist religiösen Umschriften auf den Lampentöpfen z. B. der oft besonders schönen Widmungslampen, die aus persönlicher Verbundenheit, Dankbarkeit, zur Ermunterung, Belobigung usw. verschenkt wurden. Eingegangen wird zudem auf den Unterschied zwischen repräsentativen Lampen und Paradelampen, welch letztere im 19. Jahrhundert aufkamen.

Darüber hinaus wird das benötigte Unschlitt behandelt, z. B. hinsichtlich der erforderlichen Qualität, Beschaffung und dem Verbrauch pro Schicht. Weiterhin wird die Bedeutung des Dochtblechs für den Betrieb der Lampe aufgezeigt.

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